Mau-Mau wegen Überwiegen von Zufallsmomenten verbotenes Glücksspiel

Verwaltungsgericht Duesseldorf

Beschluss v. 29.04.2011 - Az.: 27 L 471/10

Leitsatz

Obwohl es im Spielverlauf von Mau-Mau durchaus Situationen gibt, in denen der Spieler seine Geschicklichkeit beweisen muss, überwiegen die Zufallsmomente. Es handelt sich daher um verbotenes Glücksspiel.

Sachverhalt

Der Kläger bot im Internet Mau-Mau an. Dies wurde ihm von der zuständigen Behörde untersagt mit der Begründung, dass es sich um verbotenes Glücksspiel handle.

Gegen diese Untersagungsverfügung ging der Kläger vor. Er war der Ansicht, dass Mau-Mau von der Geschicklichkeit der Spieler beeinflusst werde und nicht von Zufallsmomenten. Jeder Spieler könne seiner Ansicht nach auf die Spielsituation flexibel reagieren, so dass der Ausgang des Spiels hauptsächlich vom taktischen Geschick abhänge.

Entscheidungsgründe

Das Gericht folgte der Argumentation des Klägers nicht. Die Untersagungsverfügung wurde daher aufrecht erhalten.

Obwohl es im Spiel Mau-Mau auch Situationen gebe, in denen der Spieler Geschicklichkeit und Taktik beweisen müsse, überwiegen doch die Momente des Zufalls. Diese zeigten sich vor allem beim Verteilen der Karten, auf das der Spieler keinen Einfluss habe. Darüber hinaus seien auch die Reihenfolge der Karten sowie die Farbe und die Zahl vom Zufall abhängig, so dass der Spielablauf nach Ansicht des Gerichts nur mäßig vom Spieler beeinflusst werden könne.

Da die Richter das Spiel als zufallsabhängig bewerteten, sei von einem verbotenen Glücksspiel auszugehen, welches aufgrund der Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrages nicht angeboten werden dürfe.